Trauer um Zenta Kopp (29. Dezember 1933 – 17. April 2026)

 

Die junge Kreszentia Gastl, genannt Zenta, stieß 1954 vom MTV München 1879 zur Leichtathletik-Abteilung der Löwen. Zu diesem Zeitpunkt hatte sie sich bereits unter den führenden bundesdeutschen Hürdenläuferinnen etabliert, wie ihr dritter Platz bei den deutschen Meisterschaften 1952 über 80m-Hürden belegt. Als Löwin knüpfte sie unmittelbar an diese Leistungen an, verbesserte sich bei den deutschen Meisterschaften auf Rang 2, wurde zu Länderkämpfen berufen und qualifizierte sich für die Europameisterschaften in Bern. Dort verfehlte sie als Vierte in ihrem Halbfinale den Endlauf nur knapp. 1955 holte sie dann in ihrer Spezialdisziplin den ersten deutschen Meistertitel.

 

Am 29. Juli 1956 folgte ein Paukenschlag, als sie bei einem Sportfest im rheinischen Frechen mit 10,6 Sekunden völlig überraschend einen neuen Weltrekord über die 80m-Hürden aufstellte. Drei Wochen später verteidigte sie ihren deutschen Meistertitel und qualifizierte sich mit diesen Leistungen für die Olympischen Spiele, die – für europäische Athlet*innen ungewohnt spät im Jahr – vom 22. November bis 8. Dezember 1956 in Melbourne stattfanden. Als Weltrekordlerin natürlich Mitfavoritin gewann sie ihren Vorlauf souverän, scheiterte jedoch im Halbfinale mit Rang 4 knapp am Finaleinzug. Wohl auch Folge eines frühen Wintereinbruchs, der eine geregelte Vorbereitung in München fast unmöglich gemacht hatte.

 

Auf die Olympiateilnahme folgte im Sommer 1957 die Hochzeit mit Richard Kopp, ihrem Trainer und Betreuer, der in früheren Jahren selbst als Leichtathlet beim TSV 1860 erfolgreich gewesen war. Im selben Jahr belegte wurde sie bei den deutschen Meisterschaften Zweite und belegte mit ihren Mitstreiterinnen aus der Leichtathletik-Abteilung denselben Platz auch bei der deutschen Mannschaftsmeisterschaft.

 

Die bereits zu diesem Zeitpunkt imposante Titelsammlung sollte in den folgenden Jahren noch größeren Zuwachs erhalten. 1958 folgte ein weiterer deutscher Titel über die Hürden und ein dritter Platz in der 4x100m Staffel. Nicht zuletzt dank ihres Einsatzes über 100m, die 80m-Hürden und im Weitsprung holten die Leichtathletinnen des TSV 1860 zudem erstmals die deutsche Mannschaftsmeisterschaft. Sie gehörte zum bundesdeutschen Aufgebot für die Europameisterschaften in Stockholm und gewann die Silbermedaille, zeitgleich mit der russischen Siegerin, ihr größter Erfolg bei einer internationalen Meisterschaft.

 

Das Jahr 1959 brachte ein Novum mit der ersten deutschen Meisterschaft im Weitsprung, gepaart mit dem bereits obligatorischen Titelgewinn die 80m-Hürden. Beide Titel konnte sie im folgenden Jahr erfolgreich verteidigen, dies ihre beiden letzten Einzelmeisterschaften. Insgesamt standen damit deren fünf über die Hürden sowie zwei im Weitsprung zu Buche. 1959 kamen zudem dritte Plätze in der 4x100m-Staffel und im Fünfkampf hinzu. Im diesem Wettbewerb gab es auch einen Mannschaftstitel, der an die Löwinnen ging. Und selbstverständlich stand Zenta Kopp auch in jenem Team, das zum dritten Mal hintereinander die deutsche Mannschaftsmeisterschaft für den TSV 1860 holte, die im folgenden Jahr noch einmal verteidigt wurde. 1960 in Rom war sie dann zum zweiten Mal bei Olympischen Spielen am Start. Wieder bedeutete ein vierter Platz im Halbfinale das Ende, überaus unglücklich, war sie doch eine bessere Zeit gelaufen als sämtliche Teilnehmerinnen des anderen Halbfinales.

 

In den beiden folgenden Jahren legte Zenta Kopp, die inzwischen die Ausbildung zur Volksschullehrerin absolviert hatte, eine Pause ein. 1961 war sie Mutter von Zwillingen geworden und wollte eigentlich nicht mehr in den Spitzensport zurückkehren. Doch das Hobbytraining ließ sich so gut an, dass sie 1963 dann wieder vorne dabei. Bei den deutschen Meisterschaften landete sie im Weitsprung auf Rang 2, ebenso als Schlussläuferin der 4x100m-Staffel. Im Fünfkampf belegte sie sowohl im Einzel wie mit der Mannschaft den dritten Platz. 

 

1964 folgte ihre vierte deutsche Mannschaftsmeisterschaft mit dem Team der Löwinnen. Dazu kamen ein zweiter Platz über die 80m-Hürden und ein dritter im Fünfkampf. Erneut wurde sie für die Olympischen Spiel nominiert, konnte in Tokio dann jedoch wegen einer Verletzung kurzfristig nicht an den Start gehen.

 

Bereits seit 1960 lebte Zenta Kopp mit ihrer Familie in Brüssel, wo ihr Mann, wie anfangs auch sie, an der Europäischen Schule unterrichtete, dies bis 1965. Nach dem Ende ihrer aktiven Laufbahn wurde sie zum dritten Mal Mutter. Es folgten weitere Auslandsaufenthalte, in deren Rahmen Richard Kopp an den Deutschen Schulen in Teheran (1970-1975) und Gran Canaria (1982-1989) unterrichtete. Die Zeit im Iran nutzte sie zum Erlernen der persischen Sprache Farsi. Im Alter lebte sie in Garmisch-Partenkirchen, unternahm ausführliche Wanderungen in die Berge, spielte Tennis und traf sich mit ehemaligen Trainings- und Mannschaftskamerad*innen aus ihrer Zeit als Leistungssportlerin.

 

"Ich hatte ein tolles Leben", sagte sie 2020 in einem Zeitzeugengespräch mit der Abteilung Vereinsgeschichte. Ein Leben, das am 17. April 2026 zu Ende gegangen ist. Mit Zenta Kopp verliert der TSV 1860 eine große Sportlerin und beeindruckende Persönlichkeit. Möge sie in Frieden ruhen.

Sie starb am 17.4.2026 nach einem gesegneten und erfüllten Leben in Partenkirchen, wo am 12.5.2026 auch ein Gedenkgottesdienst stattfindet. 

 


Inge Schell, eine der erfolgreichsten Athletinnen der Leichtathletikabteilung, hat uns für immer verlassen

 

Der TSV 1860 trauert um Inge Schell (1939-2025)

 

Mit dem Tod von Inge Schell hat die Leichathletikabteilung des TSV 1860 eine der herausragenden Athletinnen ihrer langen Geschichte verloren, die den Verein bei zahlreichen internationalen Wettbewerben vertrat und in den 1960er Jahren eine beeindruckende Zahl von nationalen Titel errang. 

 

Die junge Inge Schell trat am 1. August 1953 dem TSV 1860 bei, dem sie bis an ihr Lebensende treu bleiben sollte. Ihre Spezialdisziplin war der Hürdensprint, doch wenn sie gebraucht wurde, besonders in Staffeln und Mannschaftswettwerben, leistete sie auch in anderen Disziplinen ihren Beitrag.

 

Bereits als B-Jugendliche nahm sie 1954 an den Deutschen Jugendmeisterschaften teil und errang mit der 4x100m-Staffel des TSV 1860 den vierten Rang. Im gleichen Jahr gewannen die jungen Löwinnen mit Inge Schell die Deutsche Jugendmannschaftsmeisterschaft, ihr erster bedeutender Titel. 1955 folgte ein fünfter Platz über 80m Hürden bei den Deutschen Jugendmeisterschaften; in den beiden folgenden Jahren ging es dann sogar jeweils auf Rang 2.

 

1958 nahm sie erstmals an den Deutschen Meisterschaften der Erwachsenen teil, wo sie im Hürdensprint den sechsten Platz und mit der Sprintstaffel der Löwen sogar Rang 3 belegte. Im gleichen Jahr holten die Leichathletinnen des TSV 1860 zudem erstmals die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft. Inge Schell war über 80m Hürden, 100m und in der Sprintstaffel dabei. Diesen Mannschaftstitel konnten die Löwinnen mit ihr auch 1959, 1960 und 1964 erringen; dazu kamen 1962 und 1967 jeweils Platz 2 und 1963 der dritten Rang.

 

In den 1960ern entwickelte sie sich dann in der Nachfolge von Zenta Kopp zur besten deutschen Hürdensprinterin. Von 1962 bis 1968 erreichte sie bei den Deutschen Meisterschaften immer den Endlauf, den sie 1964, 1965, 1967 und 1968 als Erste beendete, und 1966 als Zweite. Auch in der Halle dominierte sie und holte von 1965 bis 1969 durchgehend den Titel über die in der Halle üblichen 60m Hürden.

 

Diese Leistungen hatten ab 1962 auch eine Reihe von Berufungen zu Länderkämpfen (insgesamt waren es 25) und Nominierungen für internationale Wettbewerbe zur Folge. 1963 vertrat Inge Schell die deutschen Farben bei den vorolympischen Spielen in Tokio. 1967 stand sie im Team Europa bei einem "Erdteilkampf" in Montreal. 1965 und 1967 startete sie im bundesdeutschen Team beim damals sehr populären Europacup für Ländermannschaften. Bedeutender aber der fünfte Platz, den sie 1966 bei den Europameisterschaften erreichte.

 

Krönung einer internationalen Karriere ist natürlich immer die Olympiateilnahme. Die blieb ihr 1964 versagt, da sie im damals noch notwendigen Qualifikationsrennen für das gesamtdeutsche Aufgebot knapp geschlagen auf Platz 4 landete und den notwendigen dritten Platz verfehlte. 1968 war es dann aber soweit und Inge Schell konnte sich in die große Reihe von olympischen Leichtathleten und -athletinnen aus den Reihen des TSV 1860 einreihen. In Mexiko erreichte sie mit einem dritten Platz im Vorlauf den Zwischenlauf, in dem sie sich dann als Siebte nicht für den Endlauf qualifizieren konnte.


Herzlich Willkommen bei den LEICHTATHLETIK LÖWEN

Wir begrüßen Sie herzlich auf der Website der Leichtathletik-Abteilung unseres städtischen Traditionsvereins

TSV München von 1860 e.V. Die Sechziger haben auch in der Leichtathletik eine lange, traditionsreiche Geschichte.

 

Die Leichtathletik-Löwen sind ein Stützpunkt für Mehrkampf und Talentzentrum. Die Abteilung achtet auf ein hohes Niveau, sowohl bei den Sportler*innen, als auch bei den Trainer*innen. Erklärtes Ziel ist es, im Schüler- und Jugendbereich die Athlet*innen entsprechend zu fördern und gute Mehrkämpfer hervorzubringen. Ein über Jahre hinweg weiterentwickeltes Leistungskonzept und sehr erfolgreiche Sichtungen in Grundschulen der Stadt München sorgen für klare Linien und ein einheitliches Ausbildungssystem. Die gesichteten Kinder sollen bis ins Jugendalter in allen Disziplinen gut ausgebildet und hervorragend betreut werden.

 

Die Leichtathletik-Abteilung des TSV München von 1860 ist seit der Gründung der Abteilung im Jahr 1908 eine der erfolgreichsten des Vereins. Sie stellte vor dem 2. Weltkrieg und auch danach immer wieder erfolgreiche Teilnehmer an den Olympischen Spielen, Welt- und Europameisterschaften.

 

Neben der wettkampforientierten Leichtathletik haben heute auch die Fitness-Löwen und der Breitensport ihre Heimat unter dem Dach der Leichtathletik gefunden.

Die Abteilungsleitung

Karl Rauh

Abteilungsleiter
Leitung Leichtathletik

Holger Koch

Stellv. Abteilungsleiter Leichtathletik
Sportvorstand, Trainer TGW U18

Hanne Dück

Schatzmeisterin